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19 | 09 | 2018
Rocos BR 215 - als Vollversion und in Doppeltraktion auf Märklin-Gleisen
Umbau-Anleitungen
Geschrieben von: Florian Schmidt   
Samstag, den 12. März 2005 um 16:00 Uhr
Rocos BR 215 - als Vollversion und in Doppeltraktion auf Märklin-Gleisen
 

Vorgeschichte

Die Diesellok der BR 215 ist ein echter Klassiker im Sortiment von Roco. Sie stellte eine der ersten eigenen Lokomotiv-Konstruktionen des Salzburger Herstellers dar. Die Lok wurde zwar technisch immer wieder verbessert, blieb optisch aber weitgehend unverändert - trotzdem macht das Modell auch neben neueren Modellen eine gute Figur.

Seit ein paar Jahren bietet Roco diese Lok nun auch als preiswertes Hobby-Modell an. Sie ist auf den ersten Blick optisch, vor allen in Sachen Lackierung, etwas vereinfacht.

Mit der Hobby-Variante erschien auch erstmals ein Wechselstrommodell, ebenfalls in Hobby-Ausführung. Leider wurde die "Vollversion" bisher nicht in Wechselstrom angeboten.

Die Ausgangssituation für den Umbau

Ende 2003 kündigte Roco eine Variante an, die im Gegensatz zu den bisherigen Hobby-Modellen einen deutlich besseren Eindruck machte. So bestellte ich diese Lok, in der Hoffung, den Hütchentausch vermeiden zu können. Leider wurde ich beim Auspacken der Lok dann doch ein wenig enttäuscht, da die Vereinfachungen stärker waren, als es im Prospekt zu sehen war. Die Lackierung war leicht vereinfacht und einige Teile weggelassen.

Die Idee, doch einen Hütchentausch durchzuführen, wurde verworfen zugunsten eines anderen Planes - durch den Erwerb einer "Vollversion" in Gleichstrom sollte die Basis für den Bau einer Doppeltraktion geschaffen werden.

So ging ich in Ebay auf die Suche nach einer brauchbaren Spenderlok in Zweileiter-Gleichstrom, und wurde alsbald fündig - schon kurz darauf gehörte die Lok zum Schnäpchenpreis von gerade einmal 25 € mir.

Der Umbau

Erster Arbeitsschritt war das Zerlegen beider Loks. Die Gehäuse wurden abgenommen und die Motoren ausgebaut. Da die Hobby-Wechselstromlok über einen Motor ohne Schwungmasse verfügt, baute ich kurzerhand den Schwungmasse-Motor aus der Gleichstromlok in das Wechselstromfahrwerk. Dazu mussten bei den Motoren auch die Kontaktfedern getauscht werden. Diese sitzen auf den Schleifkohlen-Halterungen, welche einfach abgezogen und ausgewechselt werden können.

Anschließend wurde der Entsprechend ausgerüstete Schwungmasse-Motor eingebaut.

Wichtig ist dabei, darauf zu achten keine Kabelverbindungen zu beschädigen, da man sich so Lötarbeiten erspart. Werfen wir nun noch einen Blick auf das Innenleben beider Loks. Sehen wir uns nun

Die angetriebene "Vollversion". Unter der Platine verbirgt sich nun der Motor mit Schwungmasse.
   
Die Dummy-Lok ohne "Innereien".

 

Es gibt aber im optischen Bereich eine weitere Vereinfachung: Die Trittstufen an den Drehgestellen sind an der Hobby-Lok weggelassen. Ich habe die Trittstufen natürlich an der angetriebenen Lok montiert. Sie sind recht einfach (mit Schraubenzieher und/oder Pinzette) von den Drehgestellen der Gleichstromlok abzuziehen. Ggf. können sie auch als Ersatzteil beschafft werden, wenn beide Loks optisch voll aufgerüstet werden sollen.

Das Führerhaus der "Vollversion". Deutlich zu erkennen: Die Trittstufen an den Drehgestellen.

Die optisch vereinfachte Dummy-Lok ohne diese Trittstufen.

 

Dieses Bild zeigt die fertig gestellte "Vollversion".

   

Die Dummy-Lok mit leichten optischen Vereinfachungen - ein solcher Dummy eignet sich übrigens auch gut als "Rangierobjekt" zum verschieben im Bahnhof oder im Bw mit der Köf oder V60!

 

Weitere Möglichkeiten

Dank NEM-Schächten ließe sich auch eine stromführende Kupplung einbauen. Somit könnte man auch für die Dummy-Lok eine Beleuchtung realisieren.

Sollen die Loks immer paarweise eingesetzt werden, so kann man auf der Innenseite die Beleuchtungen ganz stilllegen. Dies ist aber nur mit der Durchtrennung der Lichtleitsstäbe für diese Lokseiten realisierbar und nur mit Hilfe neuer Lichtleitstäbe, die dann als Ersatzteil beschafft werden müssen, reversibel. Mir war jedoch wichtig, den Dummy auch mit anderen Loks der V 160-Familie einsetzen zu können, so wurde auf eine derartige Verbindung bewusst verzichtet.

Weitere Möglichkeiten ergeben sich für den Digitalbastler, diese Art von Technik ist allerdings nicht mein Fachgebiet.

Für meinen Umbau habe ich Epoche V-Modelle verwendet - natürlich kann so ein "Pärchen" auch für eine frühere Epoche umgebaut werden.

Und nicht zu vergessen: es muß keine Doppeltraktion werden. Nachdem die Wechselstromlok fertig gestellt ist, kann man aus den übrigen Teilen eine Gleichstrom-Hobbylok zusammenbauen und bei Ebay weiterverkaufen.

Fazit

Es handelte sich in diesem Fall um einen Umbau, für den eigentlich nur ein Schraubenzieher und eine Pinzette notwendig waren. Der Lötkolben konnte im Schrank bleiben. Auch wenn es teilweise eine gewisse Pfriemelei darstellte - es hat sich in jeder Hinsicht gelohnt. Die Doppeltraktion macht auf der Anlage eine sehr gute Figur.

Hinweis in eigener Sache: sämtliche hier gezeigten Schritte stellen die von mir gewählte Vorgehensweise dar. Für Schäden, die durch Nachbauten entstehen, kann und werde ich keine Haftung übernehmen!

© 2005 Florian Schmidt